Progressive Federungscharakteristik der Sekundärfederung
Die Geometrie einer Sanduhrfeder erzeugt eine nichtlineare vertikale Federkennlinie. Mit zunehmender vertikaler Belastung steigt auch die wirksame Federsteifigkeit.
Dieses progressive Verhalten ermöglicht die Aufnahme unterschiedlicher Beladungszustände und trägt dazu bei, übermäßige Höhenänderungen des Fahrzeugkastens zwischen Leer- und Beladungszustand zu begrenzen. Gleichzeitig ermöglicht die vergleichsweise geringe horizontale Steifigkeit die erforderlichen Relativbewegungen zwischen Drehgestell und Fahrzeugkasten, beispielsweise bei Kurvenfahrt.
Die werkstoffbedingte Eigendämpfung des Elastomers reduziert zusätzlich die Übertragung von Schwingungen und dynamischen Anregungen vom Drehgestell auf den Fahrzeugkasten.
Hohe Tragfähigkeit und Beweglichkeit in mehreren Richtungen
Die Sekundärfederung muss hohe Fahrzeuglasten aufnehmen, ohne eine zu starre Verbindung zwischen Drehgestell und Fahrzeugkasten zu erzeugen.
Sanduhrfedern kombinieren eine hohe vertikale Belastbarkeit mit der Möglichkeit, horizontale, winkelige und torsionale Bewegungen aufzunehmen. Dadurch eignen sie sich besonders für Federungskonzepte, bei denen mehrere Bewegungsfunktionen innerhalb eines begrenzten Bauraums realisiert werden müssen.
Je nach Ausführung können die Federkennwerte über die Bauteilgeometrie, die Elastomereigenschaften und die Gestaltung der integrierten Metallkomponenten an die jeweilige Anwendung angepasst werden.
Technische Vorteile
- hohe vertikale Tragfähigkeit;
- progressive vertikale Last-Verformungs-Charakteristik;
- vergleichsweise geringe horizontale Steifigkeit;
- Aufnahme lateraler und longitudinaler Bewegungen;
- Aufnahme begrenzter Winkel- und Torsionsbewegungen;
- Reduzierung von Schwingungen und Körperschall;
- kompakte Bauweise der Sekundärfederung;
- keine externe Druckluftversorgung erforderlich;
- wartungsarmes Elastomer-Federungskonzept;
- zuverlässige Funktion unter wiederholten statischen und dynamischen Belastungen.
Anwendungen in der Sekundärfederung von Schienenfahrzeugen
Sanduhrfedern werden zwischen Drehgestell und Fahrzeugkasten in Sekundärfederungssystemen von Schienenfahrzeugen eingesetzt.
Typische Anwendungen finden sich bei Reisezugwagen, Regional- und Nahverkehrsfahrzeugen, Straßenbahnen, Stadtbahn- und Metrofahrzeugen. Darüber hinaus werden Sanduhrfedern auch in ausgewählten Lokomotivanwendungen eingesetzt.
Nach unserer Fahrzeugstruktur umfasst dies je nach Drehgestell- und Federungskonzept Reisezugwagen, Straßenbahnen, Metrofahrzeuge, Elektrotriebzüge (EMU), Dieseltriebzüge (DMU) und Lokomotiven.
Die Komponenten können für planmäßige Wartungen, Drehgestellüberholungen, Flotten-Refurbishment, Fahrzeugmodernisierungen und Neufahrzeugprojekte geliefert werden. Auch Ersatzlösungen für nicht mehr verfügbare Originalkomponenten können technisch bewertet werden.
Projektspezifische Fertigung
Außengeometrie, Elastomereigenschaften, Metallkomponenten und Befestigungsschnittstellen werden entsprechend der erforderlichen Fahrzeuglast, der vertikalen und horizontalen Steifigkeit, der zulässigen Bewegungen und des verfügbaren Einbauraums ausgelegt.
Projektspezifische Varianten können auf Grundlage einer bestehenden technischen Zeichnung, eines Originalbauteils, eines physischen Musters oder einer definierten Kundenspezifikation gefertigt werden.
Jede Anwendung wird vor Produktionsbeginn technisch geprüft, damit die erforderliche Last-Verformungs-Charakteristik, Bewegungsaufnahme und Einbausituation berücksichtigt werden.
Produktion in Deutschland und Qualitätskontrolle
Sekundärfederelemente werden in Deutschland unter Qualitätsmanagementsystemen hergestellt, die nach ISO 9001 und ISO 22163 zertifiziert sind.
Die produktspezifische Prüfung konzentriert sich auf die Maßhaltigkeit sowie auf die vereinbarten vertikalen, lateralen und longitudinalen Federkennwerte. Je nach Projektanforderung können statische und dynamische Prüfungen, Kennlinienprüfungen und Lebensdauerbewertungen Bestandteil der Validierung sein.
Die fertigen Produkte können entsprechend der vereinbarten Projektdokumentation mit einem Prüfzeugnis nach EN 10204 3.1 geliefert werden.